Slowpitch-Titel bleibt in Köln: Die Travellers gewinnen 15:8
Auf der Jahnwiese in Müngersdorf haben die UCE Travellers die deutsche Slowpitch-Meisterschaft im Coed-Wettbewerb verteidigt. Elf Mannschaften spielten zwei Tage lang um zwei Titel.
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Die UCE Travellers haben am Sonntag auf der Jahnwiese in Müngersdorf die deutsche Meisterschaft im Slowpitch-Softball gewonnen. Im Endspiel des Coed-Wettbewerbs setzte sich der Kölner Gastgeber mit 15:8 gegen Bärlin Coed durch. Den zweiten Titel des Wochenendes, den im Mixed-Wettbewerb, holte La Manada mit einem 33:13 gegen Bärlin Mixed. Elf Mannschaften waren am Samstag und Sonntag angetreten.
Der Kölner Verein war Titelverteidiger. Er ist es geblieben. Man kann das in einem Satz erledigen, und in dieser Sportart macht das auch niemand anders. Ehrenrunden, Pressekonferenzen und Zeitlupen aus drei Perspektiven gehören in dieser Sportart nicht zum Programm, und vermisst hat sie am Sonntag vermutlich niemand.
Der Ball kommt im Bogen, und das ändert alles
Slowpitch ist eine Variante des Baseballs, bei der der Ball in einem hohen Bogen zum Schlagmal geworfen wird. Das Feld ist kleiner als beim Baseball, die Regeln sind angepasst. Der Wurf ist nicht dazu da, die Schlagfrau oder den Schläger zu überlisten; er ist dazu da, geschlagen zu werden. Was danach passiert, entscheidet das Spiel – und deshalb fallen Ergebnisse wie 33:13 nicht auf.
Man muss das erklären, weil es sonst niemand tut. Beim Baseball wirft der Pitcher so schnell und so verschraubt wie möglich; im Slowpitch ist die Wurfgeschwindigkeit begrenzt und die Flugkurve vorgeschrieben. Aus einem Duell zwischen zwei Spielern wird dadurch ein Spiel zwischen zwei Mannschaften. Das Feld ist kleiner, die Bälle fliegen weiter, und der Sport ist für Anfänger in einer Nachmittagssitzung erlernbar.
Gespielt wurde in zwei Wettbewerben. Im Coed stehen nach Angaben des Verbandes fünf Frauen und fünf Männer je Mannschaft auf dem Feld. Im Mixed müssen mindestens zwei Spielerinnen und zwei Spieler gleichzeitig im Einsatz sein. Beides sind Formate, die es im deutschen Ligabetrieb sonst kaum gibt und die man in dieser Konsequenz auch im großen Sport selten findet. In anderen Sportarten füllt eine solche Regelung Kommissionen; hier steht sie schlicht in der Ausschreibung.
Die Mischung ist dabei keine Haltungsfrage, sondern eine praktische. Vereine dieser Größe können selten zwei getrennte Mannschaften aufstellen. Wer gemischt spielt, spielt – wer nach Geschlechtern trennt, hat am Ende zu wenige Leute für ein Feld.
Ausgerichtet wurde die Meisterschaft vom Deutschen Baseball und Softball Verband gemeinsam mit den UCE Travellers. Die Stadt hatte den Termin vorab in ihren sportlichen Terminen der Woche angekündigt. Mehr Aufmerksamkeit hat der Verein nicht bekommen und vermutlich auch nicht erwartet. Eine Meisterschaft auszurichten heißt in dieser Liga: Feld herrichten, Zeitplan bauen, Schiedsrichter organisieren, Getränke besorgen – und am Sonntag selbst spielen.
Im Coed lief es enger, als es der Endstand vermuten lässt
15:8 klingt nach einem klaren Finale. Im Slowpitch ist es das nur bedingt: Sieben Runs Vorsprung sind hier keine Distanz, die sich nicht mehr aufholen ließe. Eine einzige gute Runde am Schlag dreht ein Spiel, und genau das macht die Sportart für Zuschauer erträglicher, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Auf den weiteren Plätzen des Coed-Wettbewerbs folgten die GK Misfits, die Aichelberg Indians und die Aachen Greyhounds.
Im Mixed war die Sache eindeutiger. La Manada gewann das Finale mit 33:13 gegen Bärlin Mixed. Dahinter reihten sich SWAT, Shit Happens, die Schriesheim Raubritter und die Ubuntu Underdogs ein. Elf Mannschaften, zwei Wettbewerbe, zwei Tage: Der Zeitplan ließ wenig Raum für lange Pausen. Aachen, Schriesheim, Aichelberg: Die Herkunft steht bei einigen Teams im Namen, bei anderen verrät sie nichts. Ein Bundesgebiet in elf Aufstellungen.
Bemerkenswert ist eine Randnotiz der Ergebnisliste: Bärlin stellte in beiden Wettbewerben den unterlegenen Finalisten. Zweimal am Sonntag um den Titel zu spielen und zweimal zu verlieren, ist bitter – setzt aber voraus, dass ein Verein überhaupt genug Leute für zwei Konkurrenzen zusammenbekommt. Das schaffen nicht viele.
- Coed – Endspiel: UCE Travellers – Bärlin Coed 15:8
- Coed – weitere Platzierungen: GK Misfits, Aichelberg Indians, Aachen Greyhounds
- Mixed – Endspiel: La Manada – Bärlin Mixed 33:13
- Mixed – weitere Platzierungen: SWAT, Shit Happens, Schriesheim Raubritter, Ubuntu Underdogs
- Teilnehmer insgesamt: elf Mannschaften am 25. und 26. Juli 2026
Vier Auszeichnungen, zwei davon für den Gastgeber
Als wertvollste Spielerinnen und Spieler des Coed-Wettbewerbs wurden Emiliano Rodriguez Viliegas und Patricia Kempels-Uribe von den UCE Travellers ausgezeichnet. Im Mixed gingen die Auszeichnungen an Sarah Kirchhoff und einen als A. Perez geführten Spieler von La Manada. Dass in beiden Wettbewerben je eine Frau und ein Mann geehrt werden, ist in dieser Sportart Standard und anderswo noch immer eine Diskussion wert. Zwei der vier Auszeichnungen gingen an den Gastgeber – was bei einem Titel und einem klaren Endspiel nicht überrascht.
Wer die Namen der beteiligten Mannschaften liest, bekommt einen Eindruck vom Milieu: Bärlin, Shit Happens, Ubuntu Underdogs, Schriesheim Raubritter. Das ist kein Verbandsfußball. Das sind Teams, die ihre Ausrüstung selbst bezahlen, ihre Trainingszeiten zusammensuchen und für eine deutsche Meisterschaft quer durch die Republik fahren, um am Sonntagabend wieder zu Hause zu sein. Urlaubstage werden dafür genommen, keine Prämien gezahlt.
Genau deshalb sind die beiden Endspielergebnisse die einzige Statistik, die hier etwas bedeutet. Es gibt keine Tabelle über eine lange Saison, keine Formkurve, keinen Marktwert. Es gibt zwei Tage auf einer Wiese, und wer am Sonntagnachmittag vorne liegt, ist deutscher Meister.
Die Jahnwiese im Sportpark Müngersdorf ist für so etwas der richtige Ort. Es ist eine große, schlichte Rasenfläche, auf der sich ein Feld markieren lässt, ohne dass jemand eine Anlage sperren muss. Nebenan liegt das Stadion, in dem an anderen Tagen die Bundesliga spielt. Hier wird der Ball im Bogen geworfen, und niemand filmt es.
Flächen dieser Art sind in Köln knapp und umkämpft. Wer eine große Rasenfläche für zwei Tage belegt, nimmt sie für zwei Tage anderen weg. Dass eine deutsche Meisterschaft überhaupt untergebracht werden kann, ohne dass darüber diskutiert wird, spricht für den Sportpark – und dafür, dass Slowpitch mit wenig auskommt: ein Feld, ein Fangzaun, zwei Bänke und Leute, die selbst die Linien ziehen.
Das ist der eigentliche Befund dieses Wochenendes: Eine deutsche Meisterschaft findet in Köln statt, wird ordentlich durchgeführt, endet mit einem Kölner Titel – und geht in der Berichterstattung neben Trainingslagern und Transfermeldungen unter. Nicht, weil sie unwichtig wäre. Sondern weil sie klein ist. Klein ist im Sport kein Qualitätsurteil, sondern eine Frage der Anzahl.
Nächste Saison, gleiche Wiese, andere Gegner
Wie es weitergeht, steht noch nicht fest. Wo die Meisterschaft im kommenden Jahr ausgetragen wird, hat der Verband am Wochenende nicht mitgeteilt; ausrichtende Vereine wechseln in solchen Sportarten regelmäßig, weil kaum ein Klub das zwei Jahre hintereinander stemmen will. Der Bericht des Deutschen Baseball und Softball Verbandes nennt die Platzierungen, aber keinen Ausblick.
Bleibt der Titel. Er bleibt in Köln, zum zweiten Mal in Folge, gewonnen auf einer Wiese neben dem Stadion, vor Zuschauern, die man an einem Nachmittag zählen kann. Größer wird der Sport dadurch nicht. Schlechter aber auch nicht. Und die Wiese steht nächstes Jahr wieder da.




