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Kölner Lichter

Erst im dritten Anlauf: Kölner Lichter starten mit Drohnenshow

Die 21. Kölner Lichter begannen am Samstag erstmals mit einer Drohnenshow. Rund 150.000 Menschen sahen zu, die Show startete 15 Minuten zu spät.

Friederike Wolters, Redakteurin — KI-generiertes Porträt
Friederike Wolters
Kultur & Karneval

Lesezeit 7 Min.
Rheinpanorama in Köln mit Hohenzollernbrücke, Dom und Uferpromenade
Der Rhein zwischen Bastei und Hohenzollernbrücke, Blickrichtung Dom. Archivaufnahme. · Foto: MUSTO (CC BY 2.0 DE) · Ausschnitt · Quelle

Es begann nicht mit einem Knall, sondern mit einem Summen: Über der Hohenzollernbrücke stieg am Samstagabend, dem 1. August 2026, in rund 250 Metern Höhe ein Schwarm leuchtender Drohnen auf. Sechs Minuten lang zeichneten die Fluggeräte Figuren in den Nachthimmel, erst danach übernahm das, wofür die Kölner Lichter seit zwei Jahrzehnten stehen: ein musiksynchrones Höhenfeuerwerk über dem Rhein. Es war die 21. Auflage der Veranstaltung und die erste, die mit einer Drohnenshow eröffnet wurde. Rund 150.000 Menschen verfolgten den Abend nach Angaben des Kölner Onlinemagazins verliebtinkoeln.com von beiden Ufern zwischen Bastei und Hohenzollernbrücke.

Das Motto lautete „Die magische Schule des Feuerwerks“. Entworfen und gezündet hat das Programm Georg Alef von der Zink-Feuerwerk GmbH, der als künstlerischer Leiter für die Inszenierung verantwortlich zeichnet und die einzelnen Teile des Feuerwerks über die Beschallungstürme an beiden Ufern selbst erläuterte — eine Moderation, die aus dem Zünden ein Erzählen machte. Abgefeuert wurde von zwei je 120 Meter langen Schiffen, die auf dem Rhein zwischen Bastei und Tanzbrunnen in Position gegangen waren. Das Höhenfeuerwerk dauerte rund eine halbe Stunde, die Drohnenshow sechs Minuten.

Dichtes Publikum bei Nacht auf einer Uferpromenade am Fluss
Seit dem frühen Abend füllten sich die Uferabschnitte auf beiden Rheinseiten. · Symbolbild (KI-generiert)

Die Premiere der Drohnen geriet gleich ins Stocken

Angesetzt war das Finale nach dem Programm des Veranstalters für 23 Uhr. Tatsächlich hoben die Drohnen nach dem Rückblick von verliebtinkoeln.com rund eine Viertelstunde später ab. Die Synchronisation über den SMPTE-Timecode kam zunächst nicht zustande; erst im dritten Versuch gelang die Verbindung. Auf den Uferpromenaden bedeutete das eine Viertelstunde, in der Hunderttausende in einen leeren Himmel schauten. Für ein Publikum, das seit dem Nachmittag wartete und die Plätze am Geländer entsprechend früh besetzt hatte, ist das eine lange Zeit.

Der Timecode, um den es dabei ging, ist ein präzises Zeitsignal: Es gibt jeder Aktion eine eindeutige Position auf einer gemeinsamen Uhr und hält so Musik, Farbwechsel und Flugbewegungen zusammen. Fällt dieses Signal aus, fliegt kein Schwarm. Damit hing der Beginn des Abends an einer Datenverbindung — bei einer Veranstaltung, deren übriges Programm sich seit zwanzig Jahren auf Schwarzpulver, Zündfolgen und Schiffsdiesel verlässt.

Das Feuerwerk bekam Applaus, die Drohnen bekamen Kritik

Die Bewertungen fielen anschließend auseinander. Ein Teil der Zuschauerinnen und Zuschauer hielt die Drohnenbilder nach dem Bericht des Magazins schlicht für misslungen, andere attestierten der Premiere „Luft nach oben“ und plädierten dafür, ihr Zeit zu geben. Über das Feuerwerk selbst gab es diese Diskussion nicht: Als die letzte Rakete verglüht war, brandete von beiden Seiten des Flusses Applaus auf. Kritik gab es an anderer Stelle, nämlich an der Akustik — Musik und Sprecher waren nach den zitierten Rückmeldungen nicht überall gut zu verstehen.

Auch Alefs Erläuterungen selbst waren nicht unumstritten. Ein Teil des Publikums fand die fortlaufenden Ansagen während des Feuerwerks störend; andere nannten die Verbindung von Musik und Pyrotechnik ausdrücklich ihr Highlight des Abends. Für eine Veranstaltung, die sich in diesem Jahr eine „Schule“ zum Motto genommen hat, war die Entscheidung immerhin konsequent.

„Wunder geschehen immer wieder. Wir möchten uns innovativ weiterentwickeln.“

Georg Alef, künstlerischer Leiter des Feuerwerks der Kölner Lichter

Innovation ist bei einem Feuerwerk ein heikles Wort, weil das Publikum vor allem Wiedererkennung sucht. Die Kölner Lichter haben in ihren bisherigen zwanzig Auflagen einen festen Ablauf ausgebildet: Gastronomie ab dem Nachmittag, ein Ruderrennen, ein beleuchteter Schiffskonvoi, dann das Finale. Wer daran etwas ändert, ändert an einem Ritual. Die Drohnen sind der erste größere Eingriff seit Langem — und der erste, der nicht auf Pyrotechnik beruht, sondern auf Software. Genau dort lag am Samstag auch das Problem.

Leuchtender Drohnenschwarm hoch über einem breiten Fluss bei Nacht
Sechs Minuten dauerte die erste Drohnenshow in der Geschichte der Kölner Lichter. · Symbolbild (KI-generiert)

Der niedrige Rhein hat den Schiffskonvoi umgeleitet

Sichtbar wurde an diesem Abend, wie sehr der Fluss selbst zum Thema geworden ist. Der beleuchtete Schiffskonvoi, der sonst in Porz ablegt und stromabwärts an der Altstadt vorbeizieht, kam wegen des niedrigen Pegels in diesem Jahr erstmals aus Richtung Niehl. Das traditionelle Feuerschiff, das während der Fahrt fortlaufend Effekte zündet, fiel aus demselben Grund aus. Fünfzehn bis zwanzig Schiffe gingen nördlich der Hohenzollernbrücke in Position. Gegen 22 Uhr waren die Gäste an Land aufgerufen, ihre Handylampen hochzuhalten, damit vom Wasser aus ein Lichtermeer entsteht — ein Bild, das ohne Zutun des Publikums nicht funktioniert.

Der Pegel hatte an diesem Abend allerdings auch eine Seite, die den Gästen zugutekam: Weil der Rhein so wenig Wasser führte, lagen weite Uferflächen frei, die sonst unter Wasser stehen, und boten zusätzlichen Platz. Ein Fest, das von der Trockenheit zugleich profitiert und beschnitten wird, ist ein ziemlich genaues Bild dieses Sommers.

Bis 19.30 Uhr hatten nach dem Programm des Veranstalters rund 25 Fahrgastschiffe die Innenstadt Richtung Porz verlassen; gegen 22 Uhr liefen sie wieder ein. Vor dem Konvoi lag der sportliche Teil des Abends: Ab etwa 20.45 Uhr ruderte der Kölner Ruderverein 1877 den 91. Kölner Stadtachter zwischen Rodenkirchen und der Innenstadt aus. Die Gastronomie an beiden Ufern hatte bereits um 15 Uhr geöffnet. Der WDR übertrug ab 22.15 Uhr live aus Köln.

Der Eintritt zu den frei zugänglichen Uferabschnitten kostete nichts; Plätze auf der Sparkassen-Tribüne, an bewirteten Sonderorten und auf den Schiffen waren kostenpflichtig. Getragen wird die Veranstaltung von der OSMAB Holding AG als Präsentator, Hauptsponsoren sind die RheinEnergie AG und die Sparkasse KölnBonn, die beide in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen begehen; Partner auf dem Wasser ist die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt. Dass ein Sommerfest dieser Größe ohne städtischen Zuschuss auskommt, ist keine Selbstverständlichkeit — und erklärt zugleich, warum der Blick vom Geländer gratis ist und der von der Tribüne nicht.

Höhenfeuerwerk über einem breiten Fluss, davor zwei dunkle Schiffe
Gezündet wurde von zwei je 120 Meter langen Schiffen zwischen Bastei und Tanzbrunnen. · Symbolbild (KI-generiert)

Die Stadt hatte die Brücken früh dichtgemacht

Die Stadt Köln hatte in ihrer Mitteilung vom 31. Juli auf ein umfangreiches Sperrprogramm hingewiesen. Die Hohenzollernbrücke war auf der Nordseite ab etwa 16 Uhr nicht mehr passierbar, auf der Südseite ab etwa 20 Uhr; die Deutzer Brücke stadteinwärts ab 17.30 Uhr für alle Fahrzeuge. Die Rheinuferstraße wurde spätestens ab 17.30 Uhr zwischen Heumarkt und Zoobrücke gesperrt. Die Treppenanlage des Rheinboulevards blieb aus Sicherheitsgründen schon ab 8 Uhr geschlossen, der obere Weg am Kennedy-Ufer dagegen offen.

Rechtsrheinisch reichte das Programm weiter, als es die Schlagzeilen vermuten ließen: Der Auenweg war ab etwa 15.30 Uhr zwischen Ottoplatz und Deutz-Mülheimer Straße dicht, die Mindener Straße von 17.30 Uhr bis etwa 2 Uhr nachts, die Opladener Straße ab 17.30 Uhr. In der Altstadt kamen ab 21.30 Uhr die Zufahrt über die Komödienstraße sowie Maximinen- und Turiner Straße hinzu. Das bestehende Lkw-Fahrverbot wurde um Justinianstraße, Deutz-Mülheimer Straße und Pfälzischen Ring bis zur Zoobrücke erweitert.

Halteverbote für Tribünen-, Sicherheits- und Rettungsbereiche galten bereits seit dem 28. Juli, unter anderem am Ottoplatz, in der Goldgasse, in der Sachsenbergstraße und am Breslauer Platz. Der Ordnungsdienst kontrollierte Parkverstöße und hielt die Rettungswege frei; ausdrücklich genannt hatte die Stadt daneben den Jugendschutz. An den Zufahrten standen Sperren, auch auf der Deutzer Brücke, damit niemand in die Zuschauerbereiche fährt. Der Breslauer Platz hinter dem Hauptbahnhof war mit Zäunen abgeteilt.

Dazu kam ein Punkt, der in früheren Jahren keine eigene Zeile wert gewesen wäre: Wegen der extremen Trockenheit und der erhöhten Brandgefahr untersagte die Stadt das Grillen im Rheinpark, im Rheingarten und im Bereich des Rheinboulevards. Ein Verbot, das für ein Fest, dessen Kern aus kontrolliert gezündetem Schwarzpulver besteht, auf den ersten Blick paradox wirkt — auf den zweiten aber genau den Unterschied markiert zwischen einer genehmigten Pyrotechnik auf dem Wasser und einer Einweggrillschale im ausgetrockneten Gras.

Zur Anreise empfahl die Stadt ausdrücklich Bus und Bahn. Die Stadtbahnen fuhren nach den Angaben von koeln.de im erweiterten Samstagsfahrplan bis 1.45 Uhr im 15-Minuten-Takt; weil die Linien 1, 7 und 9 wegen Bauarbeiten unterbrochen waren, verwies das Portal für die Rheinquerung auf die Linien 3 und 4. Wer sicher einen Platz am Geländer wollte, sollte demnach bis 19 Uhr da sein. Es ist die vermutlich unromantischste Erkenntnis dieses Abends: Ein Feuerwerk beginnt für die meisten Gäste vier Stunden vor dem ersten Schuss.

Für die Veranstalter bleibt nach diesem Abend eine Aufgabe, die weniger mit Pyrotechnik zu tun hat als mit Datenleitungen: Wenn die Drohnen künftig fester Bestandteil sein sollen, muss der Start zuverlässig gelingen. Der Termin für die nächste Auflage steht bereits fest, die Kölner Lichter sollen am 31. Juli 2027 stattfinden. Ob der Rhein dann wieder so wenig Wasser führt, dass der Konvoi ausweichen und das Feuerschiff zu Hause bleiben muss, ist offen. Die Drohnen jedenfalls, so viel lässt sich nach dem Samstag sagen, sind in Köln schon einmal geflogen — wenn auch eine Viertelstunde zu spät.

Quellen und Weiterlesen
Friederike Wolters, Redakteurin — KI-generiertes Porträt
Friederike Wolters
Redakteurin · Kultur & Karneval
Kunsthistorikerin mit Sitzungskarnevals-Abo. Schreibt über Museen, Bühnen und die fünfte Jahreszeit — und darüber, warum beides in Köln dasselbe ist.
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