Erstes Eis unter Thomas Berglund: Die Haie starten die Vorbereitung
Die Kölner Haie haben am Montag zum ersten Mal gemeinsam trainiert. Auf dem Eis stand erstmals Cheftrainer Thomas Berglund, Vertrag bis 2028.
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Am Montagmorgen war das Eis im Haie-Zentrum wieder belegt. Die Kölner Haie haben am 3. August die erste gemeinsame Einheit der Saisonvorbereitung absolviert, und zum ersten Mal stand dabei Thomas Berglund an der Bande. Der 57 Jahre alte Schwede hat in Köln einen Vertrag bis 2028, sein Co-Trainer Henrik Stridh ist genauso alt und seit neun Jahren sein Arbeitskollege. Torwarttrainer Tommi Satosaari betreute Janne Juvonen in einer separaten Einheit. Es war, wie Trainingsauftakte eben sind: viel Bewegung, wenig Erkenntnis.
Gearbeitet wurde nach Angaben des Klubs am Passspiel, an der Schusspräzision, an Abstimmung und Laufschule. Das ist die Standardliste des ersten Tages. Interessanter war, wer überhaupt schon da war: Der kanadische Verteidiger Brady Austin war erst kurz zuvor in Köln angekommen, Veli-Matti Vittasmäki stand ebenfalls auf dem Eis. Andere Spieler treffen nach und nach ein — der Klub hatte angekündigt, dass sich der Kader Anfang August schrittweise in Köln einfindet.
Lang war die Sache nicht. Rund eine Stunde dauerte die Einheit, um 11.59 Uhr war sie beendet; ein Teil der Mannschaft blieb danach für individuelle Eiszeiten auf dem Feld. Genau das ist der Abschnitt, an dem sich Vorbereitungen später unterscheiden — nicht das gemeinsame Programm, sondern die halbe Stunde, die einer freiwillig dranhängt. Aufgezeichnet wird das nirgends. Wer im Februar erklären will, warum eine Mannschaft läuft oder nicht läuft, hat für diesen Montag ohnehin keine belastbaren Daten.
Zwei Schweden, neun gemeinsame Jahre und ein Meistertitel
Berglund und Stridh kommen von Luleå HF. Dort arbeiteten sie neun Jahre zusammen, wurden 2025 schwedischer Meister und erreichten 2026 das Finale der Champions Hockey League. Berglund spielte zwischen 1989 und 2005 selbst mehr als 785 Partien für den Klub und wurde 2017 zum Trainer des Jahres gewählt. Köln ist für beide die erste Station außerhalb Schwedens. Das ist eine Personalie mit Vorlauf: Wer neun Jahre in einer Liga arbeitet, bringt ein festes System mit — und muss es hier erst übersetzen.
Der Lebenslauf ist ungewöhnlich geradlinig. Berglund war insgesamt 33 Jahre bei Luleå, als Spieler und als Trainer, mit dem schwedischen Meistertitel 1996 in der eigenen Laufbahn. Danach zwei Jahre Cheftrainer in der dritten schwedischen Liga, drei Jahre U20 in Luleå, von 2010 bis 2014 Co-Trainer der Profis, von 2014 bis 2017 Cheftrainer bei Brynäs IF, ab 2017 Cheftrainer in Luleå. Zwei CHL-Endspiele, 2023 und 2026, dazu die Vizemeisterschaft 2022 und die Auszeichnung als SHL-Trainer des Jahres 2019 und 2020.
„Er ist ein erfahrener Trainer, der in Luleå über viele Jahre herausragende Arbeit geleistet hat.“
Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie, bei der Vorstellung Berglunds
Stridh ist der leisere Teil des Paars und trainiert seit 2001. Fünf Jahre lang war er Assistenztrainer der schwedischen U20-Nationalmannschaft und dabei bei fünf Weltmeisterschaften; 2017 wechselte er mit Berglund nach Luleå. Zusammen mit Torwarttrainer Satosaari steht damit ein skandinavisch geprägter Stab an der Bande. Verkündet wurde die Verpflichtung am 7. Mai — drei Monate vor dem ersten Training, was für ein Trainerduo, das umziehen und eine fremde Liga sichten muss, eher knapp als komfortabel ist.
Berglund selbst hat sich bei seiner Verpflichtung zurückhaltend geäußert. Von großen Zielen war keine Rede, von Passung schon. Das passt zu einem Klub, der zuletzt die Hauptrunde gewonnen hat, ohne den Titel zu holen — eine Erfahrung, die man in Köln inzwischen in mehreren Ausführungen kennt. Ob ein neues Trainerteam daran etwas ändert, entscheidet sich frühestens im Frühjahr. Bis dahin gilt der Satz, den Eishockeytrainer weltweit unterschreiben würden: Im August gewinnt niemand etwas.
„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe in Köln. In den Gesprächen habe ich schnell gespürt, dass die Haie und ich gut zusammenpassen.“
Thomas Berglund, Cheftrainer der Kölner Haie
Aus der Mannschaft klang es am Montag erwartungsgemäß gut gelaunt. Brady Austin sagte, es sei schön, zurück zu sein, die neuen Trainer und Teamkollegen kennenzulernen; die erste Einheit sei intensiv gewesen. Tim Fleischer nannte das Training intensiv und anstrengend und lobte das Niveau in der Mannschaft, das sehr hoch sei. Man darf davon halten, was man will. Am 3. August sagt kein Profi etwas anderes.
Der Fahrplan bis zum ersten Punktspiel
Der Klub hat seinen Plan für die Saisonvorbereitung bereits vor dem Auftakt veröffentlicht. Auf den ersten Trainingstag folgte am Dienstag ein Golfturnier, für den 8. August ist ein interner Media-Day angesetzt. Der öffentliche Trainingsauftakt, bei dem Berglund seine Mannschaft den Fans zum ersten Mal vorstellt, steht am 9. August im Haie-Zentrum an; dort werden auch die neuen Heim- und Auswärtstrikots gezeigt. Es ist der Termin, an dem in Köln traditionell gezählt wird, wie viele Menschen für ein Training in eine Halle kommen.
- 9. August: öffentlicher Trainingsauftakt im Haie-Zentrum
- 14. August, 19.30 Uhr: Testspiel gegen die Iserlohn Roosters
- 15. August: Saisoneröffnungsfeier im MediaPark
- 21. und 22. August: Turnier in der VR-Bank Landshut Arena mit EV Landshut, Krefeld Pinguine und Vålerenga Oslo
- 28. August, 19.30 Uhr: Testspiel gegen die Löwen Frankfurt
- Anfang September: Start der Champions Hockey League
- 17./18. September: Beginn der DEL-Hauptrunde
Der Turnierblock in Landshut ist der eigentliche Belastungstest. Drei Gegner an zwei Tagen in der VR-Bank Landshut Arena, dazu ein Trainingslager mit Teambuilding — das ist die Phase, in der ein neues Trainerteam sieht, wie tief sein System schon sitzt. Vålerenga Oslo als norwegischer Vertreter bringt zusätzlich einen Gegner mit anderer Spielanlage. Die beiden Heimtestspiele gegen Iserlohn und Frankfurt liegen mit zwei Wochen Abstand bewusst weit auseinander, beide um 19.30 Uhr im Haie-Zentrum.
Der NRW-Cup fällt aus, Europa kommt dazu
Eine Änderung im Kalender fällt auf: Den NRW-Cup, das traditionelle Vorbereitungsturnier der westdeutschen Klubs, spielen die Haie in diesem Sommer nicht. Der Klub nennt als Grund die Teilnahme an der Champions Hockey League, deren Gruppenphase Anfang September beginnt. Die Gegner stehen seit der Auslosung am 27. Mai in Zürich fest. Für einen Verein, der neben der DEL-Hauptrunde europäisch spielt, ist der August damit kürzer, als er aussieht — der internationale Wettbewerb startet, bevor der erste Punkt in Deutschland vergeben wird.
Was bis September zu klären ist
Bis zum Hauptrundenstart Mitte September bleiben knapp sechs Wochen. Zu klären sind in dieser Zeit die Reihenformationen, die Rollenverteilung im Tor und die Frage, welche Sprache in der Kabine gesprochen wird — bei zwei schwedischen Trainern, finnischen und nordamerikanischen Spielern und einem deutschen Kern ist das keine Nebensache. Die neuen Trikots für Heim und Auswärts sollen ebenfalls in der Vorbereitung ihre Premiere haben. Erste Erkenntnisse gibt es am 14. August gegen Iserlohn.
Vieles ist an diesem Punkt schlicht nicht bekannt, und es hilft, das auszusprechen. Der Klub hat weder mitgeteilt, wie viele Spieler am Montag insgesamt auf dem Eis standen, noch wer aus welchen Gründen fehlte. Zur Zielsetzung für die Saison hat sich das Trainerteam öffentlich nicht geäußert. Auch die Aufstellung für das Turnier in Landshut ist offen. Wer daraus jetzt schon Schlüsse zieht, tut das ohne Grundlage — die erste überprüfbare Aussage über diese Mannschaft entsteht in einem Testspiel, nicht in einer Mitteilung.
Für Anhänger heißt das konkret: Der 9. August im Haie-Zentrum ist der erste Termin, an dem man selbst hinsehen kann, der 15. August im MediaPark der erste, an dem gefeiert wird, und der 14. August der erste, an dem gezählt wird. Wer die Saisoneröffnungsfeier kennt, weiß, dass sie mehr über die Stimmung im Umfeld verrät als über den Kader. Beides gehört zusammen. In Köln beginnt eine Eishockeysaison seit Jahren nicht mit dem ersten Bully, sondern mit diesen drei Augustterminen.
Vorerst gilt: Es war ein Montagvormittag im August, die Halle war leer, und die Pässe kamen an. Mehr lässt sich seriös nicht sagen.




