Über 100 Biersorten am Rheinufer: Die 26. Kölner Bierbörse ist eröffnet
Rund 40 Stände zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei, Eintritt frei, Ausschank bis Mitternacht: Vom 7. bis 9. August macht die Bierbörse zum 26. Mal Station am Konrad-Adenauer-Ufer. Hinter dem Format steckt eine Geschichte, die 1987 in einer Leverkusener Fußgängerzone begann.
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Rund 40 Stände, drei Tage Ausschank, kein Eintritt: An diesem Freitag beginnt am Konrad-Adenauer-Ufer die 26. Kölner Bierbörse. Zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei bauen die Beschicker ihre Biergärten direkt an der Rheinpromenade auf, gezapft wird ab 15 Uhr. Bis Sonntagabend verwandelt sich das Ufer damit in das, was es seit über einem Vierteljahrhundert an einem Augustwochenende ist: ein Biergarten auf Zeit mit einem Sortiment, das weit über Kölsch hinausreicht. Hinter der Veranstaltung steht das Veranstaltungsbüro & Eventagentur Nolden GmbH aus Leverkusen, das das Format nach eigenen Angaben seit über 38 Jahren betreibt und inzwischen mehr als 20 Bierbörsen im Jahr in Deutschland organisiert.
Die Rahmendaten sind übersichtlich. Am Freitag und Samstag läuft der Betrieb jeweils von 15 bis 24 Uhr, am Sonntag von 13 bis 20 Uhr; der Zugang zum gesamten Gelände ist kostenfrei. Wer eine entdeckte Sorte mitnehmen möchte, kann an vielen Ständen Flaschenbier kaufen. Das Gelände an der Rheinpromenade ist nach Veranstalterangaben barrierefrei zugänglich; der nächste große Verkehrsknoten ist der Hauptbahnhof, von dem aus das Ufer zu Fuß erreichbar ist. Als Anschrift führt der Veranstalter die Rheinpromenade am Konrad-Adenauer-Ufer, 50668 Köln, mitten in der Innenstadt. Eine Eintrittskarte braucht niemand – bezahlt wird erst am Zapfhahn.
Aufgebaut wird nicht als durchgehende Budenreihe, sondern in Form einzelner Biergärten. „Rund 40 Brauereien werden zwischen der Hohenzollernbrücke und der Bastei ihre liebevoll gestalteten Biergärten aufbauen", heißt es in der Ankündigung auf dem Stadtportal koeln.de; jeder Stand bringt eigene Sitzbereiche mit, häufig thematisch an der jeweiligen Brauerei ausgerichtet. Besucher wandern also weniger an Ständen vorbei, als dass sie von Garten zu Garten ziehen. Vertreten sind nach Angaben des Veranstalters einheimische, bayrische und internationale Brauereien – dazu Speisestände mit Spezialitäten aus verschiedenen Regionen.
Über 100 Sorten oder 500? Die Angaben gehen auseinander
Bei der Sortenzahl gehen die Angaben allerdings auseinander. Der Veranstalter kündigt an, die rund 40 Bier- und Speisestände präsentierten „über hundert verschiedene Bierspezialitäten". Das Stadtportal koeln.de spricht dagegen von rund 500 Biersorten von etwa 40 Brauereien aus Deutschland, Europa und Übersee. Welche Zahl näher an der Wirklichkeit liegt, ließ sich vor dem Start nicht überprüfen – vermutlich hängt sie davon ab, ob nur der Ausschank gezählt wird oder auch das Flaschensortiment. Für die Einordnung reicht ohnehin die kleinere Angabe: Eine gewöhnliche Kölner Gaststättenkarte führt neben Kölsch selten mehr als eine Handvoll weiterer Biere. Selbst die vorsichtige Zählung wäre also ein Vielfaches dessen, was der Alltag hergibt. Auch das Magazin CityNEWS übernimmt in seinem Festkalender die kleinere Zahl und verspricht „über 100 Biersorten aus aller Welt am Konrad-Adenauer-Ufer – von exotischen Früchtebieren bis zu klassischen Klostertropfen“.
Das angekündigte Spektrum ist breit. Es reicht von exotischen Fruchtbieren über klassische Klosterbiere bis zu Sorten aus Brasilien und Spanien; auch belgische Fruchtbiere und Kölner Kölsch-Brauereien nennt das Stadtportal ausdrücklich – der Hausherr fehlt also nicht, er bekommt an diesem Wochenende nur ungewohnt viel Konkurrenz an den Nachbarständen. Vom Trödel- oder Jahrmarkt grenzt sich das Format nach eigener Darstellung bewusst ab: Im Mittelpunkt soll das Getränk stehen, nicht das Rahmenprogramm. Wer kommt, kommt wegen des Bieres – und wegen des Ortes, denn eine vergleichbare Lage direkt am Fluss hat kein anderes Kölner Festgelände dieser Größe.
Angefangen hat alles 1987 in der Opladener Fußgängerzone
Die Bierbörse ist ein Leverkusener Gewächs. Die erste Ausgabe fand im Oktober 1987 in der Fußgängerzone von Opladen statt, gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Opladen e.V. ins Leben gerufen – aus der Idee, „ein Bierfest der besonderen Art zu veranstalten“, wie es in der Chronik des Veranstalters heißt. Anfangs war dort nach dieser Chronik „gerade mal eine Handvoll Bierstände“ vertreten. Das Format wuchs jedoch schnell, die Besucherzahlen stiegen nach Darstellung des Veranstalters von Jahr zu Jahr, und die Opladener Fußgängerzone reichte bald nicht mehr aus – die Veranstaltung brauchte mehr Platz und wurde Schritt für Schritt größer. 2016 feierte die Reihe ihr 30-jähriges Bestehen. Aus dem lokalen Fest wurde über die Jahre eine Marke mit eingetragenem Namen.
1997 folgte der entscheidende Schritt über die Stadtgrenzen hinaus. Das Veranstaltungsbüro Werner Nolden gründete ein Franchisesystem für die deutschlandweite Durchführung der Bierbörsen – nach eigener Darstellung eine der ersten Open-Air-Veranstaltungsreihen in Europa, die im Franchise betrieben werden. Über 20 Bierbörsen im Jahr zählt der Veranstalter heute; die Standortliste auf seiner Website nennt neben Köln und dem Ursprungsort Leverkusen unter anderem Andernach, Bonn, Dorsten, Düsseldorf, Hamm, Karlsruhe, Koblenz, Leipzig, Mainz, Mönchengladbach, Mülheim, Pforzheim und Solingen-Ohligs – 15 Städte vom Rheinland über das Ruhrgebiet und den Südwesten bis nach Sachsen. Über das gesamte Format hinweg nennt der Veranstalter rund 1.000 Biersorten. Zum Vergleich: Das ist etwa das Doppelte dessen, was in Köln an diesem Wochenende maximal ausgeschenkt wird – selbst wenn man der höheren der beiden Kölner Angaben glaubt.
Köln gehört zu den etablierten Stationen des Formats. Die Veranstaltung sei „schon seit über 25 Jahren in der schönen Domstadt zu Gast", heißt es auf der Kölner Seite des Veranstalters – die diesjährige Ausgabe trägt die Nummer 26, die erste Kölner Bierbörse muss demnach um die Jahrtausendwende stattgefunden haben. Vom klassischen Veedelsfest unterscheidet sich die Börse dabei in einem Punkt grundlegend: Sie wird nicht von einer Händlergemeinschaft vor Ort getragen, sondern von einem auswärtigen Veranstalter, der sein Konzept von Stadt zu Stadt trägt. Das Rheinufer liefert dafür die Kulisse – und die Kölner Innenstadt bekommt ein Fest, das sie selbst so nicht organisiert.
Der Festkalender im August lässt kaum eine Lücke
Die Bierbörse fällt zudem in ein volles Festwochenende. Am Samstag und Sonntag feiert Ehrenfeld sein Straßenfest auf der Venloer Straße, das als eines der größten der Stadt gilt. Und der Kalender bleibt eng getaktet: Vom 14. bis 16. August folgt das Trauben- und Hopfenfest am Rheinufer, am 15. und 16. August das Straßenfest im Agnesviertel auf der Neusser Straße, am 29. und 30. August das Lindenthaler Sommerfest auf der Dürener Straße. Das Magazin CityNEWS zählt für 2026 insgesamt 19 Straßenfeste zwischen April und September, das Portal verliebtinkoeln.com kommt je nach Zählweise sogar auf 29. Wer im Kölner August ein festfreies Wochenende sucht, muss lange blättern.
- Ort: Rheinpromenade am Konrad-Adenauer-Ufer, zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei
- Termine: Freitag, 7., bis Sonntag, 9. August 2026
- Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 15 bis 24 Uhr, Sonntag 13 bis 20 Uhr
- Eintritt: frei auf dem gesamten Gelände
- Angebot: rund 40 Bier- und Speisestände, Flaschenbierverkauf an vielen Ständen
- Anreise: zu Fuß vom Hauptbahnhof, Gelände nach Veranstalterangaben barrierefrei
Für Anwohner und Stammnutzer der Promenade bedeutet das Wochenende vor allem: Es wird eng am Ufer. An zwei Abenden läuft der Betrieb bis Mitternacht, am Sonntag klingt er um 20 Uhr aus. Wer die Strecke zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei sonst zum Laufen oder Radfahren nutzt, muss drei Tage lang mit Umwegen rechnen. Im Gegenzug bekommt die Innenstadt etwas, das es dort selten gibt: einen frei zugänglichen Biergarten mit Rheinblick, in dem niemand einen Tisch reservieren muss und der Platz für Gruppen jeder Größe bietet.
Ein Ende der Reihe ist nicht absehbar. Der Veranstalter hat den Kölner Termin für das kommende Jahr bereits festgelegt: Die 27. Kölner Bierbörse soll vom 6. bis 8. August 2027 wieder am Konrad-Adenauer-Ufer stattfinden. Sie ist Teil eines längst durchgeplanten Tourkalenders: 15 Bierbörsen listet der Veranstalter für 2027 zwischen April und August auf, den Auftakt macht Hamm Ende April. Für den Sommerkalender der Stadt bleibt die Börse damit, was sie seit rund einem Vierteljahrhundert ist – ein fester Termin im August, drei Tage lang, direkt am Fluss. Und für dieses Wochenende gilt die einfachste Regel des Formats: Der Zugang kostet nichts, das erste Bier schon.
- CityNEWS: Straßenfeste 2026 in Köln – Termine im Überblick (26. Kölner Bierbörse)
- Bierbörse – Veranstaltungsbüro Nolden (offizielle Seite)
- bierboerse.com: Kölner Bierbörse – Rheinpromenade, Konrad-Adenauer-Ufer
- bierboerse.com: Bierbörsengeschichte
- koeln.de: Kölner Bierbörse 2026 – alle Infos zum Event
- Kölnkostenlos: 26. Kölner Bierbörse




