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Veedelsporträt Rodenkirchen

Fünf Hektar, neun Stunden, kein Eintritt: Finkens Garten in Rodenkirchen

1983 kaufte die Stadt eine Baumschule, seit 1993 ist daraus ein Garten für alle: Finkens Garten in Rodenkirchen öffnet täglich kostenlos – und lädt am 20. August Kinder zur Gemüseernte.

Markus Schmitz, Redakteur — KI-generiertes Porträt
Markus Schmitz
Veedel & Stadtleben

Lesezeit 6 Min.
Weg durch einen Naturerlebnisgarten mit Wiesen, Obstbäumen und Hochbeeten im Sommer
Täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt frei: der Naturerlebnisgarten an der Friedrich-Ebert-Straße 49. · Symbolbild (KI-generiert)

Das grüne Tor an der Friedrich-Ebert-Straße 49 steht an sieben Tagen in der Woche offen. Dahinter beginnen 5 Hektar Naturerlebnisgarten – mit Froschteich, Streuobstwiese, Bienenhaus und Beeten in Kinderhöhe, täglich von 9 bis 18 Uhr zugänglich und ohne Eintritt. Finkens Garten in Rodenkirchen ist eine Einrichtung der Stadt Köln und richtet sich vor allem an Vorschulkinder zwischen drei und sechs Jahren; werktags um 10 Uhr beginnen fast täglich kostenlose Führungen für Kita-Gruppen. Zwei Termine lenken den Blick gerade jetzt auf das Gelände im Kölner Süden: Am Donnerstag, 20. August, lädt der Garten von 11 bis 15 Uhr zum Ernte-Workshop „Ausgerechnet Gemüse", und am Montag, 10. August, hat die Stadt das Septemberprogramm angekündigt – darunter eine offene Führung für Erwachsene am 4. September.

Der Workshop am 20. August richtet sich an Kinder. „Natur und Essen gehören zusammen. Wir gehen auf Erkundungstour in Finkens Garten und entdecken, was alles für die Ernte geeignet ist", heißt es in der Ankündigung auf der Internetseite der Einrichtung; neben Gemüse geht es auch um Obst und Wildkräuter. Die Pressemitteilung der Stadt vom Montag ergänzt das Programm für den Herbst. Am Freitag, 4. September, führt das Team von 14.30 bis 16 Uhr durch den Naturerlebnisgarten und gibt dabei nach Ankündigung der Stadt Einblicke in Geschichte und Entwicklung der Anlage – kostenlos, ohne Anmeldung und ausdrücklich als offenes Angebot für Erwachsene, die sonst nicht die Hauptzielgruppe sind. Am Dienstag, 8. September, folgt von 16 bis 18 Uhr der Kinderworkshop „Blau machen wie der Eisvogel". Angekündigt wurden die Termine in der städtischen Übersicht der botanischen Veranstaltungen für September, in der neben Finkens Garten auch weitere Naturorte auftauchen – darunter Gut Leidenhausen in Porz.

Neun Stunden am Tag geöffnet, Eintritt wird nicht verlangt

Die Fläche ist überschaubar, das Angebot nicht. 5 Hektar misst das Gelände, das entspricht ungefähr sieben Fußballfeldern, eingebettet in die Wohnbebauung des Kölner Südens nahe dem Bahnhof Rodenkirchen und in Nachbarschaft des Forstbotanischen Gartens. Die Stadt führt Finkens Garten als ökosoziale Einrichtung, also als öffentlichen Bildungsort, der allen offensteht und nichts kostet. Auf dem Gelände wachsen heimische Pflanzen, geschützte Vogel- und Insektenarten finden dort Lebensraum – mitten in einem der dichter bebauten Stadtteile des Kölner Südens. Hauptzielgruppe sind Kinder zwischen drei und sechs Jahren; ausdrücklich willkommen sind aber Besucherinnen und Besucher jeden Alters, von der Schulklasse bis zum Spaziergänger auf dem Weg zum Rhein.

Naturnaher Teich mit Schilf und Wasserpflanzen in einem Garten
Am Froschteich leben neben Fröschen auch Molche und Libellen. · Symbolbild (KI-generiert)

Das Konzept setzt auf die Sinne, nicht auf Schautafeln. Sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken – entlang dieser fünf Wahrnehmungen sind die Stationen des Gartens angelegt, vom Tastgarten über den Klanggarten bis zum Duftpfad. Dazu gehört auch ein Baumtelefon, an dem sich ausprobieren lässt, wie Holz Schall überträgt. Verschiedene Biotoptypen, also unterschiedliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sollen sich hier mit allen Sinnen entdecken lassen; so formuliert es die Einrichtung selbst. Dahinter steht ein einfacher pädagogischer Dreischritt: Wer Natur kennenlernt, lernt sie schätzen – und wer sie schätzt, schützt sie.

Der Name stammt von einer Baumschule, nicht von einem Vogel

Wer beim Namen an den Singvogel denkt, liegt falsch. Finkens Garten heißt nach den Geschwistern Finken, deren Baumschule hier früher ihren Sitz hatte. Die Stadt Köln erwarb das Gelände 1983 für 1 Million D-Mark, mit dem erklärten Ziel, daraus eine öko-soziale Einrichtung auf Grundlage eines ganzheitlich-ökopädagogischen Konzepts zu machen – so dokumentiert es die Bürgervereinigung Rodenkirchen. Bis der Plan Wirklichkeit wurde, vergingen zehn Jahre Planung und Gestaltung: Eröffnet wurde der Naturerlebnisraum 1993. Dass die Geschichte des Ortes im Veedel weiter Interesse findet, zeigte sich zuletzt 2024, als die Vortragsreihe „Rodenkirchen erinnert sich" in der Stadtteilbibliothek einen eigenen Abend der Historie von Finkens Garten widmete.

„Seit über 40 Jahren", schreibt die Einrichtung heute über sich selbst. Die Zahl geht nur auf, wenn man ab dem Grundstückskauf 1983 rechnet – dann sind es inzwischen 43 Jahre. Zählt man ab der Eröffnung 1993, kommt man auf 33; die Stadt selbst spricht auf ihrer Übersichtsseite von mehr als 30 Jahren. Falsch ist keine der beiden Angaben, sie messen nur unterschiedliche Dinge – und erinnern nebenbei daran, wie lang der Weg von der Idee bis zum fertigen Garten war: ein ganzes Jahrzehnt.

Streuobstwiese mit hochstämmigen Obstbäumen und hohem Gras
5 Hektar misst das Gelände – so viel wie ungefähr sieben Fußballfelder. · Symbolbild (KI-generiert)

Das Bienenhaus öffnet an zwei Sonntagen im Monat

Drei Stationen prägen das Gelände besonders. Die Streuobstwiese, also eine Wiese mit verstreut stehenden, hochstämmigen Obstbäumen, wie sie früher an vielen Dorfrändern üblich war, liefert das Obst für Erntetermine wie den am 20. August. Am Froschteich leben neben Fröschen auch Molche und Libellen. Und das Bienenhaus öffnet nach Angaben der Einrichtung jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 11 bis 16 Uhr für Besucherinnen und Besucher. Wie viel auf den 5 Hektar tatsächlich lebt, dafür kursieren bemerkenswert genaue Zahlen: 130 Vogel-, 74 Zikaden-, 447 Käfer- und 148 Schmetterlingsarten nennt etwa das Portal koeln-magazin.de – wer wann gezählt hat, bleibt dort allerdings offen. Dazu kommen Hühner, die täglich versorgt werden – auch sie gehören fest zum Programm für die jüngsten Gäste.

  • Adresse und Öffnung: Friedrich-Ebert-Straße 49, täglich 9 bis 18 Uhr, Eintritt frei
  • Kita-Führungen: werktags um 10 Uhr, kostenlos, telefonische Anmeldung unter 0221/28 57 364
  • Bienenhaus: jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat, 11 bis 16 Uhr
  • Donnerstag, 20. August, 11 bis 15 Uhr: Ernte-Workshop „Ausgerechnet Gemüse" für Kinder
  • Freitag, 4. September, 14.30 bis 16 Uhr: offene Führung für Erwachsene, ohne Anmeldung
  • Dienstag, 8. September, 16 bis 18 Uhr: Kinderworkshop „Blau machen wie der Eisvogel"

Werktags um 10 Uhr gehört der Garten den Kitas

Das Kerngeschäft bleibt die Arbeit mit den Jüngsten. Werktags um 10 Uhr starten fast täglich kostenlose Führungen für Kindergartengruppen, angemeldet wird vorab telefonisch unter 0221/28 57 364. „Fast täglich" ist dabei wörtlich zu nehmen: Eine Garantie für jeden einzelnen Werktag ist die Angabe nicht, wer eine Gruppe bringen will, klärt den Termin deshalb vorher am Telefon. Dazu kommen Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher, die das sinnesorientierte Konzept in ihre Kitas und Schulen tragen sollen. Auch wer dem Kita-Alter entwachsen ist, findet Termine: Am 22. Oktober lädt die Lernwerkstatt Sechs- bis Zehnjährige von 10 bis 14 Uhr ein, für Erwachsene stehen übers Jahr Kräuterwanderungen, Vogelstimmenführungen und Seminare zum Obstbaumschnitt im Kalender.

Kinderhände ernten Gemüse in einem Hochbeet
Beim Workshop „Ausgerechnet Gemüse" am 20. August ernten Kinder von 11 bis 15 Uhr Gemüse, Obst und Wildkräuter. · Symbolbild (KI-generiert)

Der Zugang ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Die Wege sind befestigt und mit Rollstuhl oder Kinderwagen befahrbar, eine barrierefreie Toilette gibt es allerdings nur werktags. Hunde müssen draußen bleiben, Fahrräder und Grills ebenfalls. Erreichbar ist der Garten mit den Stadtbahnlinien 16 und 17 sowie den Buslinien 130 und 135 bis zur Haltestelle Rodenkirchen Bahnhof oder mit der Linie 131. Bei den Öffnungszeiten nennen Stadt und Einrichtung übrigens leicht unterschiedliche Angaben: Auf der städtischen Übersichtsseite steht „9 Uhr bis Sonnenuntergang", die Einrichtung selbst nennt 9 bis 18 Uhr – verlässlich sind in jedem Fall die neun Stunden. Fragen beantwortet das Team telefonisch oder per E-Mail an [email protected].

Für Rodenkirchen bedeutet das ein verlässliches Grundangebot: täglich geöffnet, ohne Eintritt, ohne Konsumzwang und direkt an der Stadtbahn. Für Familien ohne eigenen Garten ist das Gelände damit ein Stück öffentlicher Grünraum, in dem Kinder ernten, beobachten und anfassen dürfen, was andernorts hinter Zäunen wächst. Wer den Garten kennenlernen will, hat in den kommenden Wochen zwei einfache Gelegenheiten – den Erntetag am 20. August für Kinder und die offene Führung am 4. September für Erwachsene. Und wer erst im Winter wiederkommt, trifft die Einrichtung beim Weihnachtsbaumverkauf am 12. und 13. Dezember, jeweils von 10 bis 17 Uhr. Auch das gehört inzwischen zum Jahreslauf im Veedel.

Quellen und Weiterlesen
Markus Schmitz, Redakteur — KI-generiertes Porträt
Markus Schmitz
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Gelernter Bankkaufmann, dann Journalistenschule. Zählt lieber nach, statt zu raunen: beobachtet die 86 Veedel mit Statistik, Ratsvorlagen und Ortsterminen — vom Wochenmarkt bis zur Bezirksvertretung.
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