Container am Wahrzeichen: Zwei Jahre Baustelle rund um den Dom
Seit Januar baut die Stadt die nördliche Domumgebung um, parallel wird die Tiefgarage saniert. Mindestens eine Stütze erfüllt die geforderte Betongüte nicht mehr, Teile der Platte sind lastbeschränkt.
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Seit Januar 2026 baut die Stadt Köln die nördliche Domumgebung um. Betroffen sind die Trankgasse und der Kardinal-Höffner-Platz; die Arbeiten sind auf rund zwei Jahre angelegt und bilden den zweiten Bauabschnitt der Neugestaltung. Erklärtes Ziel ist mehr Platz für zu Fuß Gehende sowie ein besserer Zugang zur Stadtbahn und zur Tiefgarage unter der Domplatte. Parallel läuft die Sanierung eben dieser Tiefgarage – mindestens eine Stütze erfüllt die geforderte Betongüte nicht mehr. Für Besucherinnen und Besucher heißt das: Bauzäune und Container unmittelbar am Dom.
Zuständig für die Neugestaltung ist das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau der Stadt Köln. Es hat die Maßnahme auf einer eigenen Projektseite beschrieben und nennt dort eine Rufnummer für Rückfragen: 0221 / 221-26026. Ein genaues Fertigstellungsdatum steht in dieser Darstellung nicht; die Stadt spricht von rund zwei Jahren ab Januar 2026. Rechnerisch wäre die nördliche Domumgebung damit Anfang 2028 fertig.
Die Domplatte ist dabei mehr als ein Platz. Unter Teilen von ihr liegt die Tiefgarage, an ihrem nördlichen Rand liegen der Zugang zur Stadtbahn und der Weg zum Hauptbahnhof, und über sie läuft ein großer Teil des Fußverkehrs, der täglich zum Dom kommt. Genau diese Mehrfachnutzung macht den Umbau kompliziert: Jede Sperrung trifft nicht nur Reisende, sondern auch Pendlerinnen und Pendler, die die Fläche als Verbindung nutzen.
Zwei Treppen und die eckigen Vorsprünge verschwinden
Was genau gebaut wird, ist in der Projektbeschreibung aufgeführt. Der Umbau greift vor allem in die Kanten und Höhensprünge ein, die den Bereich zwischen Trankgasse und Domsockel bisher gliedern. Zwei Treppen an der Trankgasse werden zurückgebaut, ebenso eckige Vorsprünge. Die Domplatte selbst wird für den Fußverkehr erweitert, der Bodenbelag teilweise erneuert.
- Rückbau von zwei Treppen an der Trankgasse und von eckigen Vorsprüngen
- Erweiterung der Domplatte für den Fußverkehr
- teilweise neuer Bodenbelag am Domsockel
- neue Brüstung am Zugang zur Stadtbahn
- Neugestaltung des Tiefgaragenzugangs mit offenerer Vorfläche
- neue Rampentreppe im nordwestlichen Sockelbereich
Die Eingriffe zielen auf denselben Punkt: Der Bereich soll übersichtlicher werden. Eine neue Brüstung soll den Zugang zur Stadtbahn fassen, eine offenere Vorfläche den Weg in die Tiefgarage. Im nordwestlichen Sockelbereich ist eine neue Rampentreppe vorgesehen. An dieser Stelle treffen der Weg vom Hauptbahnhof zur Domplatte, der Stadtbahnzugang und die Zufahrt zur Garage aufeinander – drei Wege auf engem Raum.
Zwei Details der Planung haben mit dem Untergrund und mit der Geschichte des Ortes zu tun. Auf der Eingangstür zum Parkhaus soll eine Informationstafel über die römische Stadtmauer angebracht werden. In die Sockelfassade sollen zwei Fensterflächen eingesetzt werden, in denen Werkstücke und Relikte aus der Geschichte des Welterbes Kölner Dom zu sehen sein werden. Der Umbau schafft damit nebenbei eine kleine, dauerhaft zugängliche Ausstellungsfläche im Freien.
Ein Zwischenraum wird zum Steinlager der Dombauhütte
Ein weiterer Teil der Planung nutzt Raum, der beim Umbau ohnehin entsteht. Zwischen alter und neuer Sockelwand bleibt ein Zwischenraum; er soll der Dombauhütte als Steinlager zur Verfügung gestellt werden. Die Hütte arbeitet ohne Unterbrechung am Bauwerk und braucht Fläche für Werkstücke, die ausgetauscht oder aufgearbeitet werden. Der Umbau der Domumgebung löst damit auch ein logistisches Problem der Bauhütte, das mit der Gestaltung des Platzes zunächst nichts zu tun hat.
Unter der Platte fehlt mindestens einer Stütze die geforderte Betongüte
Die zweite Baustelle liegt unter der Oberfläche. Ende Oktober 2025 begann die Stadt mit Sondierungen in der Tiefgarage unter der Domplatte; sie sollten bis Mitte November 2025 abgeschlossen sein. Untersucht wurden die Abdichtungs- und die Betonschichten. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten laufen seit Januar 2026 – zeitgleich mit dem Umbau an der Oberfläche. Beides zusammen ergibt das Bild, das sich seither rund um das Wahrzeichen zeigt.
Der Befund ist der Grund für die Dringlichkeit. Mindestens eine Stütze der Tiefgarage weist nicht mehr die geforderte Betongüte auf. Teile der Domplatte sind deshalb für hohe Lasten gesperrt. Praktisch heißt das, dass schwere Fahrzeuge und schwere Aufbauten dort nicht mehr stehen dürfen, wo die Garagendecke darunterliegt. Wie viele Stützen insgesamt betroffen sind und wie umfangreich die Instandsetzung ausfällt, ist nicht veröffentlicht.
Sichtbar ist der Zustand seit Monaten. Zwei Baustellenflächen sind auf der Domplatte eingerichtet, Teile der Fläche sind abgesperrt, Container stehen unmittelbar am Bauwerk. Über den Bericht von Antenne NRW hinaus hat die Stadt zum Ablauf der Garagensanierung keine detaillierte Chronologie vorgelegt. Für Reisegruppen bedeutet die Absperrung vor allem weniger Fläche für den klassischen Blick von unten auf die Doppelturmfassade.
Für den Alltag am Dom bedeutet die Baustelle vor allem Umwege. Wo Flächen abgesperrt sind, weichen Gruppen auf schmalere Wege aus; wo Container stehen, fällt der freie Blick auf den Sockel weg. Angaben dazu, wie sich die Führung des Fußverkehrs in den kommenden Monaten ändert, hat die Stadt nicht veröffentlicht. Klar ist nur, dass der Umbau nach ihrer eigenen Darstellung rund zwei Jahre dauert.
Die FDP fordert Zeitpläne und Kostenschätzungen
Politisch ist die Garage seit Längerem ein Streitpunkt. Die Kölner FDP kritisiert das jahrelange Aussitzen und nennt die Tiefgarage in ihrer eigenen Formulierung ein Sinnbild grün-schwarzer Tatenlosigkeit. Sie fordert von der Verwaltung klare Zeit- und Kostenpläne für die Sanierung. Die Stadt hat auf ihrer Projektseite bislang nur den Rahmen der Neugestaltung benannt – Maßnahmen, Ziel und Dauer –, nicht aber die Kosten der Garagensanierung.
Die Verwaltung verweist demgegenüber auf den Zweck der Maßnahme. Ziel sei mehr Platz für zu Fuß Gehende und ein besserer Zugang zu Stadtbahn und Tiefgarage; die Neugestaltung ist als zweiter Bauabschnitt Teil eines längeren Verfahrens. Für Rückfragen nennt sie das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau. Eine öffentliche Kostenaufstellung für die Tiefgarage liegt bislang nicht vor, und ein Termin, zu dem sie vorgelegt werden soll, ist ebenfalls nicht genannt.
Antenne NRW verweist zusätzlich auf einen Bericht des Domradios, wonach die Absperrungen viele Kölnerinnen und Kölner irritieren – auch deshalb, weil die Sanierungsmaßnahmen ursprünglich bis zur geplanten Wiedereröffnung des Dom-Hotels Ende 2025 abgeschlossen sein sollten. Dieser Zeitplan ist nicht gehalten worden. Wie weit sich der Rückstand auf die jetzt laufenden Arbeiten auswirkt, geht aus den vorliegenden Darstellungen nicht hervor.
Am Dom selbst hat sich in diesen Monaten ebenfalls einiges geändert. Seit dem 1. Juli 2026 verlangt das Metropolitankapitel für die touristische Besichtigung eine Gebühr von 12 Euro, ermäßigt 6 Euro; Gottesdienstbesuch und persönliches Gebet bleiben kostenfrei. Wer in diesem Sommer nach Köln kommt, trifft damit auf einen Dom mit Kasse und auf ein Umfeld mit Bauzaun. Beides hat miteinander nichts zu tun: Die Gebühr erhebt die Kirche, die Baustelle verantwortet die Stadt.
Offen sind vor allem die Termine. Die Stadt nennt für die Neugestaltung rund zwei Jahre ab Januar 2026, ein konkretes Fertigstellungsdatum aber nicht. Für die Tiefgarage ist weder ein Enddatum noch eine Kostenschätzung veröffentlicht. Auch ob die Lastbeschränkung auf Teilen der Domplatte bis zum Abschluss der Sanierung bestehen bleibt, geht aus den vorliegenden Darstellungen nicht hervor.
Als Nächstes ist die Verwaltung am Zug. Sie müsste, wenn sie der Forderung der FDP nachkommt, einen Zeit- und Kostenplan für die Tiefgarage vorlegen; einen Termin dafür hat sie nicht genannt. Bis dahin bleibt es bei der Auskunft, die auf der Projektseite steht: rund zwei Jahre Bauzeit ab Januar 2026, Rückfragen unter 0221 / 221-26026.




