6.000 Quadratmeter Böschung brennen: A559 stundenlang gesperrt
An der A559 bei Köln-Gremberghoven brannten in der Nacht zu Montag rund 6.000 Quadratmeter Böschung. Bis zu 70 Einsatzkräfte waren im Einsatz.
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Ein Böschungsbrand an der A559 hat in der Nacht zu Montag einen Großeinsatz der Feuerwehr Köln ausgelöst. Die Leitstelle wurde am Sonntag, 2. August 2026, um 23.13 Uhr alarmiert; im Bereich der Anschlussstelle Gremberghoven brannte zwischen der Autobahn und einer angrenzenden Kiesgrube eine Fläche von rund 6.000 Quadratmetern. Bis zu 70 Einsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen waren vor Ort. Die A559 in Fahrtrichtung Köln musste während der Löscharbeiten voll gesperrt werden. Verletzt wurde nach den vorliegenden Angaben niemand.
Um 1.26 Uhr meldete die Feuerwehr das Feuer als unter Kontrolle, gut zwei Stunden nach der Alarmierung. Nachlöscharbeiten und Kontrollgänge zogen sich anschließend bis etwa 2.25 Uhr hin. Die Einsatzkräfte suchten das Gelände dabei systematisch nach Glutnestern ab – bei Vegetationsbränden der aufwendigste Teil, weil sich Feuer in trockenem Wurzelwerk und in der Streuschicht unter der Oberfläche halten und Stunden später erneut aufflammen kann.
Kein Löschwasser, kein befahrbares Gelände
Erschwert wurde der Einsatz durch zwei Umstände, die zusammen die Taktik bestimmten. Zum einen war die Brandstelle für Fahrzeuge nicht erreichbar: Die Böschung fällt steil ab, die Kräfte mussten das unwegsame Gelände zu Fuß erkunden. Zum anderen stand vor Ort nach Angaben der Feuerwehr „nicht ausreichend Löschwasser“ zur Verfügung, weil im Umfeld der Anschlussstelle keine nutzbaren Hydranten liegen. Die Feuerwehr richtete deshalb einen Pendelverkehr mit mehreren Tanklöschfahrzeugen zwischen der Brandstelle und der nächsten Entnahmestelle ein.
Gelöscht wurde mit fünf Handstrahlrohren und mit Löschrucksäcken, also mit tragbaren Behältern, wie sie bei Wald- und Flächenbränden im unwegsamen Gelände eingesetzt werden. Zur Lageerkundung setzte die Feuerwehr zusätzlich eine Drohne ein, weil sich die Ausdehnung des Feuers vom Boden aus in der Dunkelheit und im Rauch nicht überblicken ließ. Aus der Luft ließ sich erkennen, wo die Flammenfront verlief und in welche Richtung sie sich bewegte.
Der Pendelverkehr ist dabei die eigentliche Rechenaufgabe eines solchen Einsatzes. Ein Tanklöschfahrzeug fasst nur eine begrenzte Menge; ist sie verbraucht, muss es zur Entnahmestelle und zurück, während an der Front weiter gelöscht wird. Über zwei Stunden hinweg bindet das einen erheblichen Teil der 19 Fahrzeuge allein für den Transport. Sichtbar war der Einsatz weithin: Über der Fläche zwischen Autobahn und Kiesgrube stand nach Darstellung der Berichterstattung eine dichte Rauchwolke, die auch die Sperrung der Fahrbahn erzwang.
Die Sperrung traf eine wichtige Zufahrt nach Köln
Weil der Rauch über die Fahrbahn zog und die Einsatzkräfte auf der Autobahn arbeiten mussten, wurde die A559 in Fahrtrichtung Köln komplett gesperrt. Betroffen war damit in den Nachtstunden eine der Zufahrten in den Kölner Süden und Osten. In der Nacht von Sonntag auf Montag hält sich die Zahl der betroffenen Fahrzeuge in Grenzen; wäre der Brand einige Stunden später ausgebrochen, hätte die Sperrung den Berufsverkehr getroffen.
Die A559 ist kurz, aber sie trägt viel. Als Autobahn ist sie nur rund 4,2 Kilometer lang; sie führt von Deutz nach Gremberghoven im Bezirk Porz, wo sie an das Autobahnkreuz Gremberg an der A4 anschließt und in die weiterführende Landesstraße 124 übergeht. Sie entlastet damit das Kreuz Gremberg und bindet den Flughafen Köln/Bonn an die Innenstadt an. Die Strecke ist eine frühere Trasse der A59, die in den 1980er Jahren verlegt wurde, um den Knoten zu entzerren.
Für Anwohnerinnen und Anwohner in Gremberghoven und Porz heißt das: Wer nachts aus Richtung Süden nach Deutz oder in die Innenstadt wollte, musste über die A4 und die A3 oder über die Bundesstraßen ausweichen. Eine Umleitungsempfehlung für den Zeitraum der Sperrung ist nicht veröffentlicht worden. Wann genau die Fahrbahn wieder freigegeben wurde, hat die Feuerwehr nicht mitgeteilt; die Nachlöscharbeiten liefen nach ihren Angaben bis gegen 2.25 Uhr, die Freigabe dürfte in diesem Zeitraum erfolgt sein.
Über den Zustand der Kiesgrube neben der Brandfläche liegen keine Angaben vor. Weder Feuerwehr noch die berichtenden Medien nennen betroffene Gebäude, gefährdete Anlagen oder eine Beeinträchtigung des Betriebs. Auch eine Warnung an die Bevölkerung wegen der Rauchentwicklung ist nicht dokumentiert, obwohl der Rauch nach Darstellung der Berichte weithin sichtbar war. Ob überhaupt eine Warnmeldung ausgelöst wurde, hat die Feuerwehr nicht mitgeteilt. Für die Anwohnerinnen und Anwohner in Gremberghoven blieb es damit bei einer Nacht mit Blaulicht, Brandgeruch und einer gesperrten Autobahn.
Die Ursache ist offen – zuständig ist die Polizei
Die Brandursache ist bislang nicht bekannt. Weder die Feuerwehr noch die Polizei haben dazu bis Montag eine Einschätzung veröffentlicht. Bei Vegetationsbränden entlang von Autobahnen kommen erfahrungsgemäß mehrere Auslöser in Betracht, von weggeworfenen Zigaretten über Funkenflug bis zu vorsätzlicher Brandstiftung; welche davon hier zutrifft, ist offen. Zuständig für die Ermittlungen zur Ursache ist die Polizei. Ob sie ein Verfahren eingeleitet hat, ist ebenfalls nicht mitgeteilt worden.
Der Sommer hat den Boden vorbereitet
Der Einsatz fällt in eine Phase außergewöhnlicher Trockenheit. Die Stadt Köln hatte erst zum Wochenende wegen der erhöhten Brandgefahr das Grillen im Rheinpark, im Rheingarten und am Rheinboulevard untersagt – eine Maßnahme, die sie in ihrer Mitteilung zu den Kölner Lichtern damit begründete, dass „aufgrund der extremen Trockenheit eine deutlich erhöhte Brandgefahr besteht“. Auch der Rhein führt seit Wochen ungewöhnlich wenig Wasser; beim Feuerwerk am Samstag musste der Schiffskonvoi deshalb umdisponieren.
Der zeitliche Zusammenhang ist eng, ein ursächlicher ist damit nicht belegt. Zwischen dem Grillverbot an den Rheinufern am Samstagabend und dem Brand an der A559 in der Nacht zu Montag liegen gut 24 Stunden und mehrere Kilometer. Was beide Vorgänge verbindet, ist der Zustand des Bodens: Wo die Vegetation über Wochen keine nennenswerten Niederschläge bekommen hat, genügt eine kleine Zündquelle, um eine Fläche in der Größenordnung eines Fußballfelds in Brand zu setzen. Rund 6.000 Quadratmeter sind 0,6 Hektar.
Für die Feuerwehr bedeutet ein solcher Sommer eine andere Einsatzstruktur als üblich. Flächenbrände binden über Stunden viele Kräfte, ohne dass ein Gebäude betroffen ist, und sie treten dort auf, wo die Infrastruktur für das Löschen fehlt: an Bahndämmen, an Autobahnböschungen, auf Brachflächen. Der Einsatz an der A559 zeigt das Muster in Reinform – 6.000 Quadratmeter, kein Hydrant, kein befahrbarer Weg, 19 Fahrzeuge, gut drei Stunden vom Alarm bis zum letzten Kontrollgang.
Hinzu kommt, dass der Zeitpunkt die Aufklärung erschwert. Ein Feuer, das kurz nach 23 Uhr an einer Autobahnböschung ohne Fußweg und ohne Bebauung entdeckt wird, hat kaum Zeugen; wer es meldet, sieht in der Regel bereits die Flammen und nicht deren Entstehung. Für die Ermittlung der Ursache bleibt damit vor allem die Spurenlage an der Brandstelle selbst – und die ist nach einem Löscheinsatz mit fünf Rohren und mehreren Stunden Nachlöscharbeit naturgemäß verändert. Aussagen dazu hat die Polizei bislang nicht getroffen.
Was die Stadt als Nächstes entscheiden muss
Ob die Stadt Köln nach diesem Wochenende weitere Beschränkungen ausspricht, war am Montag noch nicht entschieden. Das Grillverbot an den Rheinufern galt zunächst anlassbezogen für die Veranstaltung am Samstag. Ob es verlängert oder auf weitere Grünflächen ausgeweitet wird, entscheidet die Verwaltung; eine Mitteilung dazu lag bis Montagmittag nicht vor. Auch eine Bilanz der Vegetationsbrände dieses Sommers hat die Feuerwehr Köln bislang nicht veröffentlicht, sodass sich der Einsatz an der A559 nicht in eine Reihe einordnen lässt.
Damit bleiben drei Fragen offen, und für jede ist eine andere Stelle zuständig: die Ursache – Polizei; ein mögliches erweitertes Grillverbot – Stadtverwaltung; die Wiederherstellung der Böschung entlang der Fahrbahn – der Betreiber der Autobahn. Termine dafür sind bislang nicht genannt worden. Bis dahin gilt für den Kölner Osten, was die Stadt für die Rheinufer bereits festgestellt hat: Der Boden ist trocken, und die Brandgefahr ist deutlich erhöht.




